Gottesstaaten und Machtpyramiden
Demokratie in der islamischen Welt
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Word Count
116,750 words, Guess
Page Count
467 pages
Physical Format
Premium Paperback
Identifiers
- Open LibraryOL3615141M
- ISBN-139783858238528
- ISBN-10385823852X
- OCLC Control Number248017127
- Internet Archivegottesstaatenund0000hott
and 2 more
- Library of Congress Control Number2002380746
- Goodreads3579573
Classifications
- LCCJC337 .H67 2000
Description
In diesem Buch geht es um die Demokratie in den Ländern einer Kultur, in der Demokratie nicht einheimisch ist. Die nahöstlichen Kulturen, die historisch ältesten auf der westlichen Halbkugel, beruhen auf dem Gottkönigtum. Auch der Islam hat diese Vorstellung übernommen, nach welcher die Gemeinschaft der Gläubigen Gott zu dienen hat und ihre Anführer als Nachfolger des Propheten Gottes Vertreter auf Erden sind. Die Herrschaft tendiert allerdings auch im Osten zur Verweltlichung, weil die Herrscher gern gut leben, reich sind und sich oft mehr für die Macht interessieren als für den Gottesdienst. Deshalb hat es in der islamischen Welt oft eine praktische Trennung zwischen der geistlichen und der politischen Sphäre gegeben, im Gegensatz zum christlichen Abendland aber nie eine theoretische Anerkennung dieser Dualität. Erst im 19. Jahrhundert setzte ein Wandel ein. Der Nahe Osten wurde von europäischen und amerikanischen Vorstellungen und Errungenschaften erfasst. Wirtschaft, Technologie, Lebensweise, auch die Grundvorstellungen von Erfolg und Effizienz, Bildung und Kultur änderten sich weitgehend. Der Umbau der politischen Machtsysteme blieb jedoch unvollständig. Zwar garantieren die Verfassungen in zahlreichen islamischen Staaten Volksvertretungen, unabhängige Gerichte, Menschenrechte. Doch in Wirklichkeit bestehen für die Machthaber weiterhin keine Kontrollen, die demokratischen Institutionen sind Kulissen geblieben. Das muss sich ändern, weil auch die islamische Welt Freiheit und Fortschritt braucht. Der Wandel kann jedoch nur gelingen, wenn die Demokratisierung nicht mehr als aufgezwungener Import erscheint, sondern als organische Entwicklung von innen verwirklicht werden kann.
Subjects
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- Gottesstaaten und Machtpyramiden
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