Diskussionslust
eine Kulturgeschichte des "besseren Arguments" in Westdeutschland
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Word Count
92,750 words, Guess
Page Count
371 pages
Identifiers
- Open LibraryOL24798441M
- ISBN-139783525370148
- ISBN-103525370148
- OCLC Control Number670471815
- OCLC Control Number931824458
and 1 more
- Library of Congress Control Number2010546656
Classifications
- LCCPN4191.G3 V47 2010
- LCCPN4191.G3V47 2010
- LCCDD67 V47 2010
Description
"N Deutschland wird viel diskutiert - im Fernsehen, in der Schule und im Ehebett. Dabei dienen argumentative Gespräche nicht notwendig dem Erkenntnisgewinn, sondern etwa auch der Profilierung in maskulinen Ränkespielen oder der Erniedrigung in Beziehungskrisen. Wer ausschließlich auf den "eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Argumentes" (Jürgen Habermas) hofft, wird oft enttäuscht. Warum nehmen Menschen dennoch an Fernseh-, Seminar- oder Podiumsdiskussionen teil, welche Regeln bilden sich in mündlicher Interaktion heraus und wie hat sich die Bereitschaft zu diskutieren im Zeitverlauf verändert? Wer hatte ein Interesse daran, Diskussionen im Alltag zu verankern, wer profitierte von der Gesprächsform, und wer fiel ihr zum Opfer? Oder anders: Was ist die Kulturgeschichte des "besseren Arguments"? Diese Fragen werden exemplarisch anhand der westdeutschen Nachkriegszeit untersucht. Die Arbeit reicht damit von Versuchen der Westalliierten, Diskussionen als eine vermeintlich in Vergessenheit geratene, demokratische Kulturtechnik zu vermitteln, bis zum Bemühen der 68er, sexuelle Probleme nächtelang "auszudiskutieren"--Eine Praxis, die Nachgeborenen fast schon lächerlich erscheint. Wie gezeigt wird, erfuhr die kommunikative Gattung Diskussion im Untersuchungszeitraum eine enorme Aufwertung, es kam zu einer regelrechten "Diskursivierung" der westdeutschen Gesellschaft. Diese ambivalente, keineswegs lineare Entwicklung wurde maßgeblich von Männern mit hö̈heren Bildungsabschlüssen getragen, sie produzierte Euphorieschübe, aber auch Frustration. Wachsende Teile der Bevölkerung redeten sich das Stigma befehlshöriger Untertanen regelrecht vom Leib, was es schließlich erschwerte, sich einem argumentativen Gespräch ungestraft zu entziehen."--Publisher's website.
Subjects
Series Statement
- Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft -- Band 193
- Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft -- Bd. 193.
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