Heinemann und die Deutschlandfrage
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Word Count
142,500 words, Guess
Page Count
570 pages
Physical Format
Hardcover
Identifiers
- Open LibraryOL5364005M
- ISBN-139783459008131
- ISBN-10345900813X
- OCLC Control Number444341
- Library of Congress Control Number72334607
and 2 more
- GoogledP8AAAAAMAAJ
- Goodreads130692259
Classifications
- LCCDD259.7.H33 K6
Description
Die Bundesrepublik wird mit Bundespräsident Heinemann von einem Mann repräsentiert, der zwar in den vierziger Jahrenihre Entstehung begrüßte, seit 1950 aber entscheidende Schritte ihres Weges für falsch hielt und eine deutliche Gegenposition zur Konzeption Adenauers entwickelte. Eine gründliche Darstellung dieser Sicht und des politischen Weges, der Heinemann von der CDU über die Gesamtdeutsche Volkspartei zur SPD führte, fehlte bisher; das vorliegende Buch schließt diese Lücke. Ausgangspunkt sind die Jahre nach 1945, weil mit dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus die Frage, was aus Deutschland werden sollte, brennend wurde; in dieser Zeit trat Heinemann zum ersten Mal an eine breitere Öffentlichkeit. In einem kurzen Rückblick auf den Kirchenkampf der nationalsozialistischen Zeit (dazu jetzt ausführlich: Werner Koch, Heinemann im Dritten Reich. Ein Christ lebt für morgen. 224 Seiten. Aussaat Verlag) wird der Beginn seines Weges in Kirche und Welt bezeichnet. Die späten vierziger und beginnenden fünfziger Jahre werden ausführlich behandelt, weil damals in der deutschen Frage wesentliche Entscheidungen fielen und Heinemann seine theologisch-politische Position präzisierte. Die späteren fünfziger Jahre werden daraufhin untersucht, welche Konsequenzen sich nach den grundlegenden Entscheidungen über den Weg der beiden deutschen Staaten und der Evangelischen Kirche Deutschlands für Heinemann ergaben. Heinemanns Weg in die SPD, als Bundesminister und Bundespräsident (dazu jetzt: Joachim Braun, Der unbequeme Präsident. 304 Seiten mit Dokumenten und Abbildungen. C.F. Milller Verlag) ist hier im einzelnen nicht berücksichtigt, weil er in Grundzügen bekannt, weniger umstritten und in den Wirkungen noch nicht zu übersehen ist. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick darauf, welche Folgen die damaligen theologischen und politischen Ansichten und Entscheidungen gehabt haben und welche Folgerungen sich heute für uns daraus ergeben. Auf diese Weise ist eine dramatische Vergegenwärtigung der deutschen Nachkriegsgeschichte gelungen. Sie verhilft dazu, aus der Distanz zu klären, was damals umstritten war, verschafft tiefere Einblicke in die Beweggründe derer, die in Politik und Kirche um Einfluß rangen, und kann dazu dienen, Worte und Taten des Bundespräsidenten aus seiner Vergangenheit deutlicher zu machen. Als Darstellung einer entscheidenden Epoche seines politischen Werdegangs und seines Lebens ist das Buch einerseits eine erste gründliche Teil-Biographie des Bundespräsidenten und zum anderen eine Anregung für den Leser zur Neubesinnung. So nützt es allen, die von irgendeiner Seite her an einer Klärung interessiert sind, welche politischen Grundpositionen in den wichtigen Entscheidungen der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart möglich waren und sind.
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