Edmund Stoiber
Der Kandidat
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Word Count
71,500 words, Guess
Page Count
286 pages
Physical Format
Hardcover
Identifiers
- ISBN-103430187869
- ISBN-139783430187862
- Goodreads15069925
- OCLC Control Number50590919
- Open LibraryOL22511488M
Description
Wie sich die Zeiten ändern. Es ist noch nicht lange her, da galt Edmund Stoiber als kühler, Akten fressender Besserwisser und Bierzeltpolemiker, dessen Ansichten sogar einigen seiner Parteifreunde zu rechts waren. Heute dagegen wirbt er mit dem Slogan "kantig, echt, erfolgreich" und scheint damit Erfolg zu haben. Viele sehen ihn schon als ersten Altbayern im Kanzleramt. Das Gedächtnis der Öffentlichkeit ist bekanntlich kurz. Also braucht es einen unermüdlichen Aufklärer wie Michael Stiller, der einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Denn die Bilanz des "blonden Fallbeils", wie Stoiber seit dem Bundestagswahlkampf 1980 nicht ohne Grund genannt wurde, ist keineswegs so strahlend wie sie die CSU-Propaganda gerne präsentiert. "Wer heute Bayern als Musterland und Stoiber als Saubermann sieht, muss auch einen Blick in die finsteren Winkel des Freistaats werfen", mahnt Stiller. Der Autor, seit 1968 Landtagskorrespondent, später Redakteur der Süddeutschen Zeitung, ist mit diesen Winkeln bestens vertraut, hat er doch Stoibers Karriere von Beginn an beobachtet und all die Krisen, Affären und Skandale aus nächster Nähe miterlebt, die seinen steilen Aufstieg begleiteten. Der Erfolg hat viele Väter, lautet ein altes Sprichwort. In Bayern hat er nur einen, Edmund Stoiber. Alles, was in Bayern erfolgreich läuft, wird zur Chefsache erklärt. Alles, was daneben geht, haben andere zu verantworten, und das ist nicht eben wenig. Gerade seine viel gepriesene Wirtschaftskompetenz erscheint bei näherer Betrachtung fragwürdig. Die Liste der wirtschaftlichen Fehleinschätzungen, denen Stoiber seit 1994 unterlegen ist oder für die er zumindest politische Mitverantwortung trägt, ist lang. Die Kirch-Pleite ist hier nur das jüngste Beispiel. Und auch das fast schon penetrant zur Schau gestellte Saubermann-Image ist eher jüngeren Datums. Jedenfalls bietet Stiller reichlich Einblick in Zeiten, in denen Stoiber seine Saubermann-Phase noch nicht erreicht hatte.
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