Dürer und Piero della Francesca
die Entdeckung der Jupitertrabanten
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Contributions
- Piero, della Francesca, 1416?-1492, artist - Contributor
Publication
2020 - Verlag Dr. Kovač, Hamburg, Germany
Language
German
Word Count
18,750 words, Guess
Page Count
75 pages
Identifiers
- ISBN-103339119589
- ISBN-139783339119582
- OCLC Control Number1247674386
- Open LibraryOL43847167M
Classifications
- DDC700.943
- LCCN6888.D8 K45 2020
Description
Der Hieronymusstich Dürers von 1514 birgt ein Geheimnis der besonderen Art: Die Beobachtung der Jupitertrabanten durch Piero della Francesca, die dieser in mehreren Werken niedergelegt hatte. Durch die Vermittlung Paciolis, den er 1506 in Bologna getroffen hat, oder früher hatte Dürer von der Sache erfahren. Die Studie ordnet den Gemälden Pieros die entsprechenden astronomischen Daten zu. Der Melancholie-Stich ist dezidiert der Astronomie gewidmet. Dürer gedachte seines Landsmanns Regiomontan, der 1471 in Nürnberg eingetroffen war und ein Jahr später den großen Kometen beobachtete. Die sitzende Gestalt sinniert über diesen Astronomen, der 1476 in Rom verstorben war. Dürer hatte das Thema des toten Astronomen bereits 1497 in den Vier Hexen angeschlagen. Das Blatt enthielt ebenso wie der Traum des Doktors eine Reminiszenz an die Venusgemälde des Florentiners Botticelli. Der 1514-Stich enthält darüber hinaus eine Aufarbeitung seiner Jupiterbeobachtungen vom Anfang des Jahrhunderts. Soweit man sieht, hat sein Hieronymus nicht die Beachtung erfahren, die er eigentlich verdient gehabt hätte (aus der Einleitung). Ein wichtiger Punkt in dem Kupferstich ist der Kürbis, der in der Studierstube des Kirchenvaters von der Decke hängt. D. Doblies weist darauf hin, dass solche Früchte eigentlich in alten Bauernhäusern statt in Arbeitsräumen christlicher Autoren zu finden sind. So kann der Kürbis ein Verweis auf die Lage der Bauern sein, die schon seit 1476 immer wieder Aufstände gegen die Obrigkeit durchführten. Zu leistende Abgaben und Frondienste stiegen unverhältnismäßig. Doch nicht allein die wirtschaftliche Lage belastete die Bauern, sondern der Lebensstil der Bischöfe und Oberen, die festeten und prassten, während das gemeine Volk rackern und darben musste. Politisch gesehen waren die Bauern völlig bedeutungslos, ihre Anliegen wurden kaum vernommen. Propheten Marias und Wanderprediger traten in Niklashausen auf.
Subjects
Series Statement
- Schriften zur Kunstgeschichte -- Band 74
- Schriften zur Kunstgeschichte (Hamburg, Germany) -- Bd. 74.
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